Mein Blog - Erste und letzte Worte

Dienstag, November 08, 2005

Heißer Herbst

Ja, die Überschrift seutet es schon an. Der November diesen Jahres ist ungewöhnlich warm. Das liegt unter anderem an der Warmluft die aus Westen zu uns zieht - also von Frankreich - genauer gesagt aus den Pariser Vorstädten in denen Warmluft durch brennende Autos, Schulen, Geschäfte etc. erzeugt wird.
Es herrscht sozusagen dicke Luft im Land der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Obwohl die drei Grundsätze der Französischen Revolution ja durchaus wörtlich genommen werden. Jugendliche nehmen sich Freiheit alles abzufackeln, stehen brüderlich zusammen gegen den sich nur langsam bewegenden Staat und offenbaren schonungslos fehlende Gleichheit im Land von Wein und Baguette.
Erstmal Law and Order und dann vielleicht ein wenig Sozialgeplänkel - so scheint es.

Schwappt dieses Problem nach Deutschland herrüber? Die Bild titelte heute "Autos brennen in Berlin !" Abgesehn davon, dass die Bildzeitung seit eh und je völlig losgelöst jeglicher Zeit ist (ja ja, Autos brennen verdammt lang), macht der Titel deutlich, dass dieses Problem schön längst bei uns angekommen ist und das nicht erst seit gestern......

Auch hier ist nicht erst seit Pisa bekannt, dass Kinder aus sozialschwachen Familien es schwerer haben, eine gute Ausbildung zu erlangen. Viele Ausländer leben in ihrer eigenen kleinen Welt - man geht in den eigenen Supermarkt, zum Frisör etc und überall wird die eigene Sprache gesprochen (hey fast wie auf Malle !!!) - und wenn es mal was mit den Behörden zu besprechen gibt, dann müssen halt die Kinder ran. Jeder hilft sich gegenseitig, die Großfamilie ist für alle da....so ist das natürlich nicht überall, aber zu einen nicht geringen Prozentsatz.

Warum, fragt sich der geneigte Betrachter, hat es denn noch nicht bei uns gerummst ?
In Deutschland geht es anscheinend immer etwas behäbiger zu - da hat sich so mancher Immigrant wohl anstecken lassen. Man lässt vieles über sich ergehen, ärgert sich nur still im eigenen Kämmerlein und ergeht sich im Kleinkrieg mit dem Nachbarn, oder schimpft über den nicht gegebenen Foulelfmeter....aber sonst (selbst Revolutionen liefen in der deutschen Geschichte ja immer etwas ruhiger ab). Selbst wenn mal Krawalle ist, scheint selbst das in Deutschland gesetzlich festgelgt zu sein, nämlich immer am 1. Mai in Kreuzberg - ein gesetzlicher Anarchietag könnte man sagen.
Man darf sich darauf aber nicht verlassen, denn nicht ohne Grund ist die Gleichheit im Grundgesetz verankert. Und bevor sich hier noch mehr Trittbrettfahrer an Frankreich ein Beispiel nehmen, sollten die Politiker sich hier kurz von der typisch deutschen Lethargie befreien und mal zu Potte kommen...
Ich freue mich schon auf einen schön kalten Dezember, solange er nicht zu eisig wird - naja man kann sich ja immer noch warm anziehn !

Dienstag, November 01, 2005

Die Nummer mit Helloween

Feste an sich sind ja schon was schönes. Sei es nun der eigene Geburtstag, Weihnachten, Hochzeiten, etc. Man kommt zusammen, trifft Menschen die man lange nicht mehr gesehn hat (vielleicht auch gar nicht sehen wollte), bekommt mitunter Geschenke - schon schön. Daneben gibt es Feierlichtkeiten die sich einem nicht sofort erschließen. Dem einem Karneval (könnte man angesichts der Übermacht besoffener Fastnachtsjecken verstehen), dem anderen Helloween. Dazu gehöre ich auch.
Seit mehreren Jahren gehört es ja irgendwie zum normalen Bild im deutschen Einzelhandel. Erst kommt der Sommerschlussverkauf, danach die neue Herbstmode, dann die ersten Weihnachtsartikel bei Aldi, dazwischen springen uns irgendwelche Hexen, Kürbisse und sonstige eigenwillige Horrorartikel entgegen. Und man weiß es nicht so genau, ist das nicht eigentlich doch alles Karneval ?
Das ganze kommt, wie alles andere Gute auch, aus den USA. Dort verselbsständigte sich ein keltischer Brauch, wurde flux kommerzialisiert und nach Good Old Germany importiert. Hier gibt es schon länger das bei Kindern allseitsbeliebte Mätensingen (zum 11.11.), dass jetzt irgendwie 11 Tage vorgezogen scheint: Kinder laufen mehr oder minder verkleidet herum, suchen vorzugsweise den Einzelhandel heim und wollen was süßes.
An der Stelle ne nette Story von gestern ausm Subway: Ich bestell mir grade ein Chicken Teriyaki mit Frischkäse (sehr lecker), als ein paar liebe Kinderchen reinkommen, bunt kostümiert....das gibt jetzt gleich ne tolle Gesangsperformance, dachte ich mir, aber nein. "Bekommen wir hier was?" war die einfache Frage eines Kindes - kein Spruch, kein Gesang nix. Ich war in der Hinsicht etwas fies, als ich zum Kassierer meinte, die müssten ja erstmal was singen, was der auch freundlich zur Kenntnis nahm und den verdutzen Kindern auch so weitergab - naja, die haben trotzdem was bekommen. Läuft sowas eigentlich unter Bettelei oder Haustürgeschäft ? Egal......
Zeitgleich gibt es überall supertolle Parties, mit supertoller Helloween-Deko und fies aussehenden Getränken - naja die Eventgastronomie nimmt halt jeden Feiertag gerne mit.

Das ist doch alles schon merkwürdig, gradezu mysteriös: ein keltischer Brauch kehrt nach Europa zurück und der Kunde rächt sich in Form von kleinen nervenden Kindern am Einzelhandel..........it´s a small world.....